augur
“der andere blickwinkel”

Fusion des Saarlandes mit Rheinland-Pfalz

Nur noch eine Frage der Zeit ist eine Fusion des Saarlandes mit Rheinland-Pfalz. Beschleunigt hat dies sicher das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vergangener Woche, dass verschuldete Länder vom Bund keine Unterstützung bei Verschuldung zu erwarten haben. Auf Dauer wird das kleine Saarland nicht ohne größeren Partner überlebensfähig sein, wenn auch der Ministerpräsident Müller zu Recht sagt, dass bei der Verwaltung keine Einsparungen möglich wären nach einer Fusion. Im Saarland fehlt anders als bei uns in Rheinland-Pfalz der Mittelbau in der Verwaltung. Dort wendet man sich wegen der Überschaubarkeit gleich an das betreffende Ministerium. Aus Hessen werden einmalige “Hochzeitsgeschenke” bei einer Vereinigung von Ländern angedacht. Mit solchem Geld könnten dann die Abfindungen für die Minister des Saarlandes gezahlt werden, während der Rest der Mitarbeiter in der Verwaltung weiterhin für den dann neuen Landesteil gebraucht würde. Außerdem sprechen verschiedene Mentalitäten der Menschen gegen solch einen Zusammenschluss, der sowieso erst nach einer Volksbefragung stattfinden könnte. Verschiedene Beispiele in der Geschichte haben hier bereits die Schwierigkeiten aufgezeigt. Zuletzt haben sich die Bürger von Berlin und Brandenburg mehrheitlich gegen eine Fusion dieser beiden Länder per Abstimmung entschieden. Sicherlich wird hier bald eine erneute Volksabstimmung anstehen, bei der prekären Finanzlage Berlins.


Geschrieben von augur am 23. Oktober 2006 :: Rubrik: Bund und Länder

Arbeitsplätze statt Zivildienst

Zurzeit (Stand: 17.10.06) gibt es bundesweit 123 493 Zivildienstplätze.
Belegt sind 66 425 zum Stichtag. Davon sind im Bereich “01 Pflegehilfe und Betreuungsdienste” 39 363 Zivildienstleistende tätig.

Es gibt nun Hochrechnungen, dass die Verwaltungskosten in Höhe von 7,5 Milliarden Euro ca. 250 000 neue Arbeitsplätze (Quelle: Zentralstelle KDV) auf gleichem Tätigkeitesniveau ergeben würden. Bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Arbeitslosenzahlen um diese Zahl würden die Sozialkassen zusätzlich erheblich entlastet. Selbst bei Schaffung von Facharbeiterstellen wären dies bei Abschaffung des Zivildienstes und Einsparung der dazugehörigen Verwaltungskosten noch 150 000 neue Arbeitsplätze bei entsprechend höherem Bruttogehalt.

DER ZIVILDIENST: Zahlen, Daten, Fakten

 


Geschrieben von augur am 21. Oktober 2006 :: Rubrik: Pflichtdienste

Wehrpflicht und Zivildienst: wie lange noch?

Um uns herum haben die europäischen Länder bereits schon längst die Wehrplicht abgeschafft. Warum aber bei uns nicht? Weil bei uns an die Wehrplicht der Zivildienst gekoppelt ist und ohne diese billigen und engagierten jungen Arbeitskräfte würde unser Sozial- und Gesundheitssystem zusammenbrechen. Der Zivildienst darf aber kein Argument zum Erhalt der Wehrpflicht sein, denn er ist nur eine Folge aus dem gesetzlich verbrieften Recht zur Kriegsdientsverweigerung. Als Ersatz für die Tatigkeiten im Zivildienst könnten zehntausende neue Arbeitsplätze für junge Menschen geschaffen werden. Sicher würden dadurch die Kosten im Gesundheitsbereich steigen, aber gleichzeitig hätten die Krankenkassen und Finanzämter etliche neue Beitragszahler. Da die Tatigkeiten nach einer kurzen Einarbeitungszeit und in der Regel nach einem zweiwöchigen Einführungslehrgang zu erlernen sind, wären diese neuen Arbeitsplätze insbesondere für junge Menschen (Männer und Frauen) mit geringer beruflicher Qualifikation geeignet. Die neuerlich von Bundespräsident Köhler vorgeschlagenen Pflichtdienste kommen auf keinen Fall in Frage, da alleine diese den Bundeshaushalt mit schätzungsweise zusätzlichen 5 Milliarden Euro belasten würden. In Zeiten leerer Kassen wird man also eher von Regierungsseite aus das Ziel haben, die enormen Kosten für den Zivildienst in Zukunft einzusparen. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind hier die ehrliche Alternative!

 

 

Im Internet gibt es ein neues Forum Wehrpflicht in dem junge Wehrpflichtige alle Fragen und Probleme, die sie mit der Wehrpflicht, der Kriegsdienstverweigerung, dem Zivildienst oder anderen Ersatzdiensten haben, offen und unter Pseudonym darstellen können.

 


Geschrieben von augur am 20. Oktober 2006 :: Rubrik: Pflichtdienste

Armut und Mikrokredite in der “3. Welt”

Für Außenstehende in unseren Partnerländern Bolivien und Ruanda oder in anderen Ländern der “3. Welt” ist sicher die derzeitige Diskussion bei uns in Deutschland um den Begriff “Unterschicht” im Angesicht der täglichen fundamentalen Existenzängste mehr als ein Fremdwort. Deswegen empfehle ich einfach mal einen Blick in einen aktuellen Artikel der taz zum Thema Mikrokredite.

Oder werden uns die Zustände in Ländern der “3. Welt” als Folge der jahrelangen neoliberalen Politik eines Tages auch erreichen? Was bleibt den Politikern noch an Handlungsmöglichkeiten, wenn z.B. alle kommunalen Wohnungsbaufirmen auf dem Markt versilbert wurden? Zusätzliche Kosten für Fremdanmietung werden die kommunalen Haushalte belasten… Aber das führt jetzt zu weit.


Geschrieben von augur am 18. Oktober 2006 :: Rubrik: Eine Welt

Leerung öffentlicher Papierkörbe in Trier

Aufgeschreckt vom lauten Türenschlagen auf der Straße warf ich eben eine Blick zum Fenster raus. Es steht ein orangener Pritschenwagen mit städtischem Wappen und zwei (!) Arbeitern auf dem Gehweg. Geladen hat er unter einem Netz Müll. Das Fahrzeug steht gegenüber des öffentlichen Mülleimers. Einer der Arbeiter steigt wieder ein und sie fahren weiter. Bei genauerem Betrachten des Mülleimers allerdings fällt mir auf, dass der Müll weiterhin im Behälter liegt. Halb gefüllt ist er so unter anderem mit Resten von Schulbroten ein Herd für Ungeziefer. Ganz abgesehen von den Folgen für das Stadtbild.

FAZIT: Einer der beiden Arbeiter ist also lediglich ausgestiegen, um den Müll zu betrachten und um dann ohne Leerung wieder mit seinem Kollegen weiterzufahren.

Diese Szene habe ich übrigens nicht das erste mal in den vergangenen Monaten beobachtet… Offenbar “lohnte” sich ein zweiter Gang zum Fahrzeug für die Leerung des “nur halb” gefüllten Abfalleimers noch nicht… Man stelle sich nun vor, dass dies auch bei anderen städtischen Papierkörben so die Praxis ist. Dann sind als Folge häufig überquellende Mülleimer kein Wunder mehr. Ehrlicher und konsequent wäre dann doch hier die Demontage oder doch zumindest die Reduzierung von öffentlichen Papierkörbern zur Einsparung von Kosten.

Papierkorb


Geschrieben von augur am 18. Oktober 2006 :: Rubrik: unser Trier

Geißler zur neuen Armut im Interview

 

 ”Es kann heute jeden treffen”

Heiner Geißler im Interview in der Süddeutschen Zeitung vom 17.10. als Nachtrag zur Sendung “Menschen bei Maischberger” vom gestrigen Abend: 

http://www.sueddeutsche.de/,tt2l3/deutschland/artikel/901/88813/ 

Weitere Links zum Thema “neue Armut” finden sich im Artikel bzw. Interview.


Geschrieben von augur am 18. Oktober 2006 :: Rubrik: Allgemein

Fall Kevin und neue Armut bei Maischberger

Eben ging eine sehr interessante Diskussion bei Maischberger über den Zusammenhang von Kindesmisshandlungen und neuer Armut zu Ende. Einige zentrale Thesen:

Heiner Geissler sieht die “Soziale Armut” wieder bei den Arbeitnehmern angekommen. Der Mensch wird zum Kostenfaktor degradiert. In der Politik dominiert der Haushalt. Es werden keine Investitionen in die Menschen getätigt. Die Gesellschaft hat nach seiner Meinung ein Strukturproblem: die Ökonomisierung.

Zum Fall Kevin bezieht der Bürgermeister von Bremen, Jens Böhrnsen wie folgt Stellung: “Man hat sich mit dem Fall befasst, aber nicht mit dem Kind.” und “Wir müssen uns mit konkreten Lebenssituationen von Kindern beschäftigen.” So werden jetzt in Bremen als Sofortmaßnahme alle Kinder von Drogenabhängigen Eltern vom Jugendamt besucht. Als weiterer Schritt werden alle Kinder in “prekären” Situationen in Bremen von Sozialarbeitern besucht werden. Im Zweifel müsse für das Kind entschieden werden und nicht für das Elternhaus, meint Herr Böhrnsen.

Prof. Dr. Hurrelmann erinnert an unsere Geschichte und die daraus folgenden Grenzen bei der Einmischung des Staates in die Familie. 

 

 


Geschrieben von augur am 18. Oktober 2006 :: Rubrik: Allgemein

Der Begriff “Neue Unterschicht” bei Wiki

Wie ist der Begriff “Neue Unterschicht” entstanden? Wie lautet die Definition? Hierzu der nachfolgende Link als Empfehlung zu einem sehr aktuellen Artikel bei Wikipedia, dem freien Lexikon im Internet, an dem sich jede und jeder beteiligen kann:

http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Unterschicht


Geschrieben von augur am 17. Oktober 2006 :: Rubrik: Allgemein

“Kassen-Service” und Taschenkontrolle bei Ratio

Nachdem der große Ansturm zur Neueröffnung bei Ratio vorbei ist, habe ich heute das neue Gebäude getestet. Die erste Überraschung gab es für mich bereits, als ich nicht mehr “meinen” Eingang gegenüber des Hotels benutzen konnte, denn dieser ist nun nur noch für Lieferanten und große LKW.

Der neue Eingangsbereich erinnert mich mit dem neuen “Security-Mann” und den Geschäften ein klein wenig an das Konzept der großen Supermärkte in Frankreich oder Spanien. Die Anordnung der Waren ist nun schön hell und sieht geordnet aus. Leider scheint das Sortiment reduziert worden, denn viele meiner gewohnten “Produktgruppen” finde ich nicht mehr in der gewohnten Auswahl. Die Lebensmittel befinden sich jetzt am Ende des Gebäudes, so dass man erst das gesamte restliche Sortiment passieren muss.

Meinen Käse schließlich gefunden, stelle ich mich an der Kassenzone an der Schlange an. Es gibt nun nach der Schließung des zweiten Eingangs nur noch etwa die Hälfte der Kassen. Das hat zur Folge, dass heute Mittag um 14.30 an jeder der 5 von 8 geöffneten Kassen jeweils ca. 12 Kaufwillige anstehen. (Zusätzlich kassiert noch die Frau an der Infotheke nebenher…). Während meiner ca. 10 Minütigen Wartezeit habe ich ausführlich Zeit die Kassiererinnen bei ihrer Arbeit zu beobachten und Gespräch mit den Menschen in der Schlange zu führen. Warum warte ich im Vergleich zu anderen Supermärkten in Trier auch nach der Neueröffnung eigentlich noch immer hier am längsten? Nach dem Personalabbau sollte man doch denken, dass alles nun etwas flotter geht… Aber nein! Die Kassiererinnen haben hier einfach dir Ruhe weg. Es müssen die Artikel nur über den Scanner gezogen werden, was aber offenbar die Motorik der Frauen überfordert. Zwischendurch wird dann noch ein Schwätzchen mit der Kollegin gehalten, während die 12 Leute in der Schlange warten. Wenn ich daran denke, dass früher die Kassiererinnen noch teilweise die Preise im Kopf haben mussten oder aber alle Preise von Hand (!) in die Kasse eingeben mussten…

Taschenkontrolle ist weiterhin üblich und meiner Ansicht nach nicht erlaubt. Es fehlen jegliche Hinweise auf diese Praxis. Ebenso fehlen wie z.B. bei Media-Markt frei zugängliche kostenlose Schließfächer. Klar bevorzugt sind dann bei Ratio auch die Autofahrer, die ihren Rucksack und Tasch im Auto lassen können, während der Fußgänger oder Radfahrer alle Behältnisse in den Markt nehmen muss.

Positiv wäre im Punkt Service hervorzuheben, dass es nun im Markt entlang des Hauptganges (bis jetzt noch) mit Personal besetzte Informationspunkte gibt. Dies war “im alten Ratio” oft ein Problem. Waren werden in der Originalverpackung und gegen den Beleg weiterhin  anstandslos  gegen Auszahlung von Bargeld zurückgenommen.


Geschrieben von augur am 17. Oktober 2006 :: Rubrik: unser Trier

Wohnen in Trier: die Nachbarn II

Nachdem wir heute Morgen pünktlich um 9.00 Uhr vom Nachbarn rausgeklingelt wurden und ich unser Auto weggestellt hatte, ist dann tatsächlich schließlich der Tanklaster mit dem Heizöl um 9.50 Uhr zum Nachbarn gekommen. Nachdem der LKW nach der Entladung wieder abgefahren war, steht seitdem das Auto der Nachbarn vor unserem Haus.

Man stelle sich vor, dass diese Nachbarn gegenüber zwei eigene Parkplätze besitzen, von denen sie ihr Fahrzeug nun vor unser Haus gestellt haben, so dass heute Abend nun kein Platz mehr für unser Fahrzeug frei war, während ich natürlich unser Auto nicht auf ihren Privatparkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseit stellen darf.

So blockieren die Nachbarn nun mit zwei Fahrzeugen ganze vier Parkplätze in unserer Straße (ab unserem Haus gilt das absolute Halteverbot und gegenüber ist eine Haltestelle), in der Parkplätze absolute Mangelware sind.

Da vor dem Tor des Hauses der Nachbarn, das als Durchfahrt nie von Fahrzeugen benutzt werden kann wegen der geringen Größe, seit Jahren zusätzlich kein Auto parken darf. Darüber wachen die Nachbarn seit Jahren u.a. vom zur Straße liegenden Küchenfenster aus, das in der Regel gekippt ist. So wurde ich selbst seit Jahren in der Straße wohnhaft, erst wieder in jüngster Zeit mit erhobenen Zeigefinger vom Nachbarn ermahnt, dass ich ja nicht zu weit vorne parke, damit ihr eigenes Fahrzeug bei Bedarf noch vor dem Tor parken könne. Außerdem muss ich mir seit Jahren anhören, dass unsere Vermieter für einen Abstellplatz für unser Auto zu sorgen hätten.

 Am nächsten Morgen werde ich wie seit Jahren den Nachbarn wieder freundlich auf der Straße grüßen, während ich meinem Kind erklären muss, dass dies eine reine Formsache zur Erhaltung des Friedens ist.

Ein weiterer Nachbar hat den seinem Haus gegenüberliegenden Gehweg zu seinem Privatbesitz erklärt und zeigt regelmäßig dort parkende Autos an, so dass sogar bereits der städtische Gemeindevollzugsdienst genervt ist, wie man sich sagt. Auch dieser Nachbar klingelte uns bereits einmal an einem Samstag Morgen raus um die gleiche Uhrzeit und forderte mich in aggresivem Ton auf, sofort mein Auto wegzufahren, da er sonst mich bei der Polizei anzeigen werde.

Weitere Geschichten aus der dörflich geprägten Nachbarschaft mitten in Trier demnächst hier.  


Geschrieben von augur am 15. Oktober 2006 :: Rubrik: unser Trier
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