augur
“der andere blickwinkel”

Zivildienst und Freiwilligendienst kombinieren

Die Diakonie hat die Bundesregierung aufgerufen, bei der Zukunft des Zivildienstes für Klarheit zu sorgen. Falls der Zivildienst von neun auf sechs Monate verkürzt werde, müsse es möglich sein, “unmittelbar einen Jugendfreiwilligendienst anzuschließen”. Diese Umgestaltung des Zivildienstes müsse vom Gesetzgeber finanziert werden, sagte Kerstin Griese, Vorstand Sozialpolitik im Diakonie Bundesverband, am Freitag in Berlin.Wo Zivildienstleistende im unmittelbaren Dienst am Menschen im Einsatz seien, schaffe die vorgesehene Verkürzung tiefgreifende Probleme, warnte Griese. In der Schwerstbehindertenpflege etwa sei der Wechsel einer Bezugsperson nach sechs Monaten nur schwer vorstellbar. Deshalb trete die Diakone für eine Kombination von Zivildienst und Freiwilligendienst ein.

Die Bundesregierung müsse schnell handeln, denn eine Verkürzung der Dienstzeit ab 2011 würde bereits alle Zivildienstleistenden betreffen, die ab April ihren Dienst antreten. Das Vorstandsmitglied betonte zudem, dass der Charakter des Zivildienstes als sozialer Lerndienst auch bei einer Verkürzung erhalten bleiben müsse.

Den Angaben zufolge befinden sich 70 Prozent der belegten Zivildienstplätze in der freien Wohlfahrtspflege. Die Diakonie unterhält knapp 23.000 Plätze, von denen gut 12.000 belegt sind. Fast 65 Prozent der Zivis sind in Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen im Einsatz.

Quelle


Geschrieben von augur am 28. Februar 2010 :: Rubrik: Freiwilligendienste, Pflichtdienste
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Gerhart Baum und die Piratenpartei

“Der Staat darf nicht alles”

Gerhart Baum (FDP) war von 1978 bis 1982 unter Helmut Schmidt als Innenminister auch für die Terrorbekämpfung zuständig. Seither hat er sich einen Namen als Kämpfer für die Bürgerrechte gemacht. Gegen zahlreiche Sicherheitsgesetze wie den “Großen Lauschangriff”, das Luftsicherheitsgesetz oder die Online-Durchsuchung hat er erfolgreich Beschwerde eingelegt. Die RNZ sprach mit Baum (77) bei einem Vortrag im Deutsch-Amerikanischen Institut.

Herr Baum, Ihr neues Buch heißt “Rettet die Grundrechte!”. Ist es wirklich so ernst?

Ich habe mir lange überlegt, ob der Titel nicht zu dramatisch ist. Natürlich ist unser Grundgesetz nicht in Gefahr und auch nicht unsere demokratische Ordnung. Ich relativiere das im Buch, aber mit dem Titel möchte ich die Augen öffnen.

Sie schreiben, im Dreiklang “Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit” sei die Freiheit die dominierende Note. Warum?

Das entspricht meinem Freiheitsverständnis. Werner Maihofer, der die FDP eine Zeit lang stark geprägt hat mit dem Freiburger Programm von 1971, hat das etwas variiert: Freiheit in Brüderlichkeit. Damit hat er das in eine Beziehung gesetzt, aber gesagt: Im Zweifel ist die Freiheit das übergeordnete Kriterium. Er hat die Brüderlichkeit, einen Begriff aus der Französischen Revolution, ganz bewusst genannt: Der Staat - und das ist auch meine Meinung– der Staat darf nicht alles. Wir müssen uns unsere Freiheit bewahren in Abwehr gegen Übergriffe des Staates. Aber der zweite Satz heißt: Der Staat sind wir alle. Das ist die Brüderlichkeit, und das muss in ein Verhältnis gebracht werden.

Weil Freiheit ohne Brüderlichkeit zu Egoismus führt?

Ja, absolut! Das ist nach meiner Meinung nicht möglich.

Sie fragen: Wo bleibt eigentlich die Empörung, der Aufstand gegen all die Eingriffe? Ist der vielleicht mit dem Erstarken der Piratenpartei nun da?

Ja, das ist ein Zeichen, und ich habe das immer als positives Zeichen gewertet, auch wenn ich nicht zur Wahl der Piratenpartei aufrufen würde, weil mir da doch vieles fehlt. Und auch ihre Lösungsmöglichkeiten für das Internet sind nur teilweise überzeugend. Das Spannungsverhältnis zum Beispiel zum Urheberrecht ist noch nicht ausgelotet. Aber ich befinde mich in einer auch für mich interessanten Diskussion mit vielen Anhängern der Piratenpartei.

… die durch ihre Existenz die anderen Parteien so verändert, dass diese Bewegung wieder aufgesogen werden kann?

Sie hat sicherlich Einfluss auf die anderen Parteien, aber ich wünsche mir, dass die anderen Parteien das Signal selber erkennen. Wenn der deutsche Bundestag jetzt eine Enquete-Kommission einsetzt über die Probleme, die im Internet entstehen, dann ist das ein Zeichen, dass die Politik langsam aufwacht. Wir brauchen eine Diskussion über Bürgerrechte im Netz!

Sie schreiben: Es gibt kein Grundrecht auf innere Sicherheit…

Das können Sie nirgendwo finden, nirgendwo ablesen. Alles, was wir tun, ist auf die Freiheit bezogen. Wo hätte denn ein Grundrecht auf Sicherheit sonst seine Grenze?

… aber was ist mit Artikel 2 - dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit?

Nein. Doch nicht, indem die Freiheit unterdrückt wird - sondern indem ein größtmögliches Maß an Freiheit aufrechterhalten wird. Die Messlatte muss immer die Freiheit sein.

Wegen der Reihenfolge? Artikel 1 Menschenwürde, Artikel 2…

Nein, nicht wegen der Reihenfolge. Der Menschenwürde-Artikel ist dominierend für die ganze Verfassung - ganz bewusst zum ersten Mal in der deutschen Verfassungsgeschichte.

Nehmen wir den konkreten Fall, den Sie auch ansprechen. Die Entführung des Bankierssohns Jakob von Metzler in Frankfurt. Steht die Menschenwürde eines mutmaßlichen Entführers - er entpuppte sich später als tatsächlicher Mörder - über dem Leben eines unschuldigen Kindes?

Das können Sie so nicht sagen. Es geht hier um Folter. Sie können als Staat die Menschenwürde nicht dadurch verteidigen, dass Sie sie verletzen. Wenn Sie Folter anwenden, verstoßen Sie gegen ein Grundprinzip. Sie instrumentalisieren die Menschenwürde je nach Situation. Sie wird relativiert. Wenn man diesen Prozess in Gang setzt, kommt man in Teufels Küche - so schmerzlich diese Entscheidung auch ist.

Juristisch ist das klar. Wie berührt Sie die Situation emotional? “Ich muss die Würde des Menschen, der vor mir sitzt und schweigt, wahren. Aber dafür stirbt da draußen ein Kind..

Ja, das ist eine schmerzliche Abwägung. Aber wir reden vom Staat. Wenn der Vater des Kindes emotional ausbricht und Gewalt anwendet, um den Täter zum Reden zu bringen, ist das verständlich. Aber wir reden über den Staat selbst, der nicht Mittel einsetzen kann, die elementar gegen die Menschenwürde verstoßen würden.

Können Sie jenen Polizisten verstehen, der sich anders entschieden hat?

Er hat mit Folter gedroht. Das hat doch nur dann eine Wirkung, wenn er angefangen hätte, dem Entführer Schmerzen zuzufügen. Ja, wie denn? Wie foltert man? Sie müssen den Willen eines Menschen mit Gewalt brechen. Wie machen Sie das?

Ich weiß es nicht, in bin kein Folterknecht…

Werfen Sie ihn gegen die Wand? Machen Sie eine Scheinertränkung? Überlegen Sie sich, auf welchen Weg Sie sich begeben! Sie kommen in eine Situation, in der Sie dann auch handeln müssen. Wie weit geht man dann? Die Androhung macht doch nur Sinn, wenn man das dann auch macht. Fotler ist aus gutem Grund durch unser Grundgesetz und durch das Völkerrecht geächtet.

Also können Sie den Polizisten nicht verstehen.

Wer sich auf den Weg zur Folter macht, den verstehe ich nicht.

Herr Baum, vielen Dank für dieses Gespräch!

Lesen Sie in der Wochenend-Ausgabe der RNZ: Gerhart Baum im Gespräch über seine Mitstreiterin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die heute wieder Bundesjustizministerin ist, und über das bevorstehende Verfassungsurteil zur Vorratsdatenspeicherung.

Daniel Holl in der RNZ vom 26.02.10


Geschrieben von augur am 27. Februar 2010 :: Rubrik: Parteien
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Malu Dreyer stellt vierten Armuts- und Reichtumsbericht vor

“Armut bemisst sich nicht nur am Mangel an Geld, sondern auch an mangelnder Teilhabe an zentralen Lebensbereichen wie Bildung, Erwerbsarbeit, gesundheitliche Versorgung, Wohnen und Kultur.“ Das sagte Sozialministerin Malu Dreyer heute in Mainz bei der Vorstellung des vierten Armuts- und Reichtumsberichtes ihres Hauses, an dem die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und der Deutsche Gewerkschaftsbund durch eigene Berichtsteile mitgewirkt haben.

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Geschrieben von augur am 25. Februar 2010 :: Rubrik: Allgemein
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Wie Kongolesen im Ostkongo den Krieg erleben und was Deutschland damit zu tun hat

Guerillas im Nebel

Das kongolesische Forschungszentrum „Pole Institute“, eine Partnerorganisation des EED, stellt am 23. Februar in Berlin seine deutschsprachige Studie vor: “Guerillas im Nebel - Wie Kongolesen den Krieg gegen die ruandischen FDLR- Milizen im Osten der Demokratischen Republik Kongo erleben und was Deutschland damit zu tun hat”.

Am 17. November 2009 wurden der Präsident der ruandischen Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) Ignace Murwanashyaka und sein Vize Straton Musoni auf deutschem Boden verhaftet. Die FDLR, Nachfolgeorganisation der Täter des ruandischen Völkermordes, ist für zahlreiche Kriegsverbrechen im Osten der Demokratischen Republik Kongo verantwortlich. Der EED, das Pole Institute und die Kirchen in der östlichen DR Kongo fordern, dass sie dafür zur Verantwortung gezogen werden.Die Demokratische Republik Kongo findet auch vier Jahre nach den freien Wahlen 2006, die von der Bundeswehr innerhalb eines EU-Militäreinsatzes abgesichert wurden, nicht zur Stabilität. Der Osten des Landes ist nach wie vor Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen, grausamer Kriegsverbrechen und Massenvertreibungen. Die internationale Staatengemeinschaft ist in vielfältiger Weise im Ostkongo aktiv: Von der größten UN-Blauhelmmission der Welt bis zu den vielfältigen Bemühungen der internationalen Nothilfe für Flüchtlinge und Opfer sexueller Gewalt. Doch die Aktivitäten insbesondere der im Ostkongo basierten ruandischen Miliz FDLR destabilisieren weiterhin die Region.

Eine besondere und neue deutsche Mitverantwortung für die Suche nach Frieden im Ostkongo ergibt sich aus der Verhaftung der beiden in Deutschland lebenden FDLR-Führer Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni im November 2009 unter dem Vorwurf, sie seien verantwortlich für Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Damit beschäftigt sich die deutsche Justiz erstmals im Detail mit den Kriegsverbrechen im Kongo.

“Ich bin in der DR Kongo mehrfach darauf angesprochen worden, wie es sein kann, dass Murwanashyaka, der als FDLR Befehlshaber für viele Gräueltaten verantwortlich zu machen ist, in Deutschland lebt und von dort aus seinen destruktiven und mörderischen Aktivitäten nachgeht”, sagte Karin Döhne, Leiterin des Referats Afrika 1 im EED.

Kern der FDLR ist die ehemalige ruandische Armee (Ex-FAR), die 1994 geschlagen wurde, sowie die Miliz Interahamwe, die die Speerspitze des Völkermords in Ruanda 1994 bildete. Dazu sind seit 1996 junge Rekruten aus den ruandischen Flüchtlingslagern in der DR Kongo gekommen, die sich ab 1997 in die Wälder und Berge von Ostkongo zurückzogen. Diese Kämpfer sind seitdem in allen Kriegen des Kongo aktiv beteiligt und bekriegen sich heute in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu mit der kongolesischen Armee. Die Zivilbevölkerung wird von beiden Seiten durch Plünderungen, Morde und Gewalt gegen Frauen terrorisiert.

“Wenn der Frieden in der östlichen DR Kongo eine Chance erhalten soll, ist es dringend geboten, Rebellenführern, die unbehelligt in Europa leben, das blutige Handwerk zu legen. Unsere kongolesischen Partner und wir fordern die deutsche Justiz dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und Ignace Murwanashyaka vor Gericht zu stellen”, so Karin Döhne.

Die Studie wird am Dienstag 23.02.2010 bei einer Veranstaltung des Pole Institute Goma und des Ökumenischen Netzes Zentralafrika in der Katholischen Akademie, Hannoversche Str. 5B, Berlin Mitte, 10:30 - 12:30 Uhr vorgestellt.

Weitere Informationen:


Geschrieben von augur am 22. Februar 2010 :: Rubrik: Allgemein
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facebook besiegt google beim traffic

Der Grund für den Erfolg liegt in erster Linie in dem begründet, was aktuell als “friend-casting” bezeichnet wird: User surfen nicht mehr einfach so durchs Netz, sondern orientieren sich an den Aktivitäten ihrer Facebook-Kontakte und deren Empfehlungen zu Internetseiten, Storys, Videos öder Ähnlichem. Aus dem just for fun betriebenem ”Poken” und Bilder hin- und herschubsen ist ein exzellent funktionierendes Word-of-Mouth-Empfehlungssystem geworden.

http://www.basicthinking.de/blog/2010/02/16/traffic-schleuder-facebook-muss-google-langsam-zittern-interview/


Geschrieben von augur am 20. Februar 2010 :: Rubrik: Medien
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Die Liberalen und die Dekadenz

Aufstand der Besserverdienenden

Mit markigen Sprüchen versucht FDP-Chef Westerwelle sich in den letzten Wochen zu profilieren. So warnte er kürzlich vor “Geistigem Sozialismus” und “spätrömischer Dekadenz” in Deutschland.

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3852958

Online seit: 18.02.10
Quelle: NDR


Geschrieben von augur am 19. Februar 2010 :: Rubrik: Politik
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Der Verkauf ostdeutscher Seen

Die Frankfurter Rundschau berichtet ausführlich über den Verkauf ostdeutscher Seen. Verschiedene Initiatitiven versuchen, die Privatisierung von Lebensraum zu stoppen.

Auch Attacs Anti-Privatisierungs-Kampagne arbeitet zu dem Thema und freut sich über MitstreiterInnen. Mitmachen: E-Mail an info@ppp-irrweg.de,

Infos: www.ppp-irrweg.de

Artikel unter

Der Bund verkauft Gewässer: Auf Merkels Reste-Rampe sind Teiche, Tümpel und Seen im Angebot. Sie sollen rund 30 Millionen Euro einbringen. Freier Zugang zum Wasser für Bürger - nicht mehr garantiert.


Geschrieben von augur am 19. Februar 2010 :: Rubrik: Bund und Länder, Bürger
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Gebäudedämmung: Nicht am Klimaschutz sparen!

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Gerade nach dem Scheitern von Kopenhagen ist beim Klimaschutz Initiative gefragt. Doch ausgerechnet ihr effektivstes Klimaschutz-Programm will die Bundesregierung beschneiden: die Wärmedämmung von Gebäuden. Senden Sie eine Protest-Email!

Die Klima-Konferenz von Kopenhagen war ein grandioser Fehlschlag. Nachdem sich die Staaten nicht auf gemeinsamen Klimaschutz einigen konnten, ist jetzt entschlossenes Handeln gefragt. Doch ausgerechnet jetzt will die Bundesregierung den Rotstift beim Klimaschutz ansetzen und dort sparen, wo CO2-Reduktion am effektivsten ist: bei der Wärmedämmung von Gebäuden.

Bereits in sieben Tagen, am Mittwoch kommender Woche, berät der Bundestag über die Pläne von Finanzminister Schäuble und Bauminister Ramsauer, die Fördermittel zu kürzen. Im Bundeshaushalt für dieses Jahr wollen sie nur 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung stellen - halb so viel wie letztes Jahr. Doch der Haushaltsausschuss kann die Kürzung noch stoppen.

Schicken Sie dem Haushaltsausschuss eine Protest-Email!

Eigentlich ist die energetische Sanierung von Gebäuden ein Gewinner-Thema: Die Mieter/innen profitieren von geringeren Nebenkosten, die Eigentümer/innen von der Wertsteigerung ihres Hauses, die Handwerksbetriebe von Aufträgen und das Klima von der Energieeinsparung. Selbst die Staatskasse hat etwas davon: Von jedem Euro, der für die Förderung der Gebäudedämmung ausgegeben wird, fließen 50 Cent über Steuereinnahmen wieder an die öffentliche Hand zurück.

Zudem ist das Einsparpotential riesig! Vierzig Prozent der CO2-Emissionen stammen aus dem Gebäudebereich. Allein im letzten Jahr sparten Maßnahmen aus dem Förderprogramm 1,5 Millionen Tonnen CO2 ein - fast halb so viel, wie ein neues Kohlekraftwerk ausstoßen würde. Eine Kürzung an der falschen Stelle wäre ein Skandal. Der Bundestag muss sicherstellen, dass die Mittel nicht schon Mitte des Jahres ausgeschöpft sind und das erfolgreiche Förderprogramm mindestens auf dem gleichen Niveau fortgesetzt wird wie im letzten Jahr.

Fordern Sie Klimaschutz, der sich auszahlt!

Was noch alles bei Campact passiert, erfahren Sie wie immer in unserem Nachrichtenteil.

Mit herzlichen Grüßen

Ferdinand Dürr

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1. Gesundheit: Kopfpauschale stoppen - jetzt unterschreiben

Die von Gesundheitsminister Rösler angestrebte Kopfpauschale sorgt in der Regierungskoalition weiter für Streit. Während der Minister sein politisches Schicksal vom einheitlichen Versicherungsbeitrag abhängig macht, halten Finanzminister Schäuble und der CSU-Vorsitzende Seehofer dagegen. Die öffentliche Debatte macht sich auch in der Beteiligung an unserer Online-Aktion bemerkbar: Seit gestern haben wir über 50.000 Unterschriften für ein solidarisches Gesundheitssystem. Sind Sie schon dabei?

Unterzeichnen Sie unseren Appell…

Um noch mehr Menschen für unseren Appell zu gewinnen, gibt es jetzt eine Unterschriftenliste zum Ausdrucken und Auslegen in der Arztpraxis, am Arbeitsplatz oder zum Verteilen an Bekannte.

Laden Sie unsere Unterschriftenliste zum Ausdrucken herunter…

2. Atom: Mobilisierung für Menschenkette am 24. April rollt an

Am 24. April rufen wir zusammen mit einem breiten Bündnis zu einer Großaktion gegen die Aufkündigung des Atomausstiegs auf: Zigtausende Menschen werden über eine Strecke von 120 Kilometern eine Aktions- und Menschenkette bilden, vom Pannenreaktor Krümmel über Hamburg bis zum AKW Brunsbüttel. Damit die Aktion zu einem Erfolg wird, rühren wir jetzt kräftig die Werbetrommel - besonders in der Region. Spenden von Campact-Aktiven haben uns bereits 30 Großplakatwände entlang der Strecke ermöglicht. Herzlichen Dank! In den nächsten Tagen wollen wir noch weit mehr Plakatwände anmieten.

Unterstützen Sie die Menschenkette mit Ihrer Spende!

3. Klima: Film ab gegen Kohlekraft

Auf der Berlinale hat unser Kooperationspartner Oxfam am vergangenen Wochenende einen Film vorgestellt. Das Thema: Was haben Kohlekraftwerke mit Armut und Entwicklung zu tun?

Sehen Sie sich den Film an…

4. Rundfunk: Klageschrift zur Causa Brender liegt vor

Nachdem der ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender Ende letzten Jahres wegen seiner parteipolitischen Unabhängigkeit aus dem Amt gejagt wurde, muss womöglich bald das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Den Bundestagsabgeordneten liegt jetzt eine Klageschrift vor, mit der sie die Zusammensetzung der ZDF-Gremien überprüfen lassen können. Wenn sich - wie erwartet - die Fraktionen der Linken und der Grünen anschließen, fehlen noch zwölf Unterschriften für eine Verfassungsbeschwerde.

Lesen Sie unseren Blogbeitrag…

Nur wenn das Bundesverfassungsgericht die Zusammensetzung der ZDF-Gremien überprüft, wird die Politik ihren eigenen Einfluss beschneiden. Daher wollen wir jetzt auch die Abgeordneten der anderen Parteien überzeugen, sich einer Klage anzuschließen.

Haben Sie schon Ihrer/m Bundestagsabgeordneten geschrieben?

5. Campact: Als Campaigner/in bei Campact arbeiten

Zum 1. Juni oder früher suchen wir Verstärkung für unser Kampagnen-Team! Sie haben Interesse an einer abwechslungsreichen, kreativen Herausforderung im Bereich politischer Kampagnen? Bewerben Sie sich bis zum 3. März als Campaigner/in bei Campact.

Campaigner/in bei Campact werden…


Aktuell, kritisch, aktiv! Mischen Sie sich ein und gestalten Sie Politik! Nirgendwo geht das so umfassend und schnell wie bei uns. 218.430 Menschen sind schon dabei. Innerhalb weniger Minuten verleiht Campact Ihnen eine Stimme!Mit Ihrem Abo des Campact-Newsletters sind Sie Teil des Netzwerks. Unterstützen Sie Campact!

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Ferdinand Dürr | info@campact.de | Campact e.V. | Artilleriestraße 6 | 27283 Verden | campact.de

Geschrieben von augur am 18. Februar 2010 :: Rubrik: Umwelt
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Telefonspam

Seit etlichen Tagen bekomme ich von der Tel. Nr. 05351542345 und 053515987037 zu den unterschiedlichsten Tages- und Abendzeiten (teilweise mehrfach am Tag) Anrufe auf meinen AB, ohne dass eine Nachricht hinterlassen wird. Meine Recherchen unter www.telefonbuch.de (Nummernrückverfolgung) gaben keine Hinweise auf die Besitzer der Tel. Nr.. Erst hier wurde ich heute endlich fündig:

Mc Guire

23 Nov 2009
Erwischt !!

Letztens war ich flott genug und hatte jemanden dran. TV !! (Trierischer Volksfreund / eine Regionale Tageszeitung.) Dort hatte ich vor einiger Zeit ein Probeabo aber fein angekreuzt : “Wünsche keinen Anruf !” Die gute Frau am Tel meinte auch auf die Frage warum sich denn in des drei Teufels Namen niemand am AB meldet: “Ei das dürfen wir nicht !!”. Aha denk ich; aber Leute nerven dürft ihr. Wieauchimmer; der Spuk is vorbei. Gottlob.

Caller ID: 05351542345
Caller: Trierischer Volksfreund
Ich bin auf jeden Fall total genervt und werde sicher kein Probeabo des TV mehr nehmen!
Hier noch Tipps im Umgang mit unerwünschten (anonymen) Werbeanrufen:
Flitzepee

12 Oct 2009
Mein Tipp: lesen, lesen, lesen und dann handeln: Anzeige an Polizei per Brief oder Email und Meldung an Bundesnetzagentur und: geduldig sein, da bei der Anzeige in der Regel eine Einstellung des Verfahren folgt. Das ist in Ordnung soweit, aber ich besitze dann die Adresse des Callcenters, gegen das ich mit einer Unterlassungsklage vorgehen kann. Ich bin aber Rechtsschutz versichert, immer erst Kosten-Nutzen abwägen! Und nun ans Lesen…..
Deutschland
Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsformen
Vom 29. Juli 2009
Ab sofort können Verstöße gegen das bestehende Verbot der unerlaubten Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Außerdem wird im Gesetz klargestellt, dass ein Werbeanruf nur zulässig ist, wenn der Angerufene vorher schriftlich ausdrücklich erklärt hat, Werbeanrufe erhalten zu wollen.

Ab sofort dürfen Anrufer bei Werbeanrufen ihre Rufnummer nicht mehr unterdrücken, um ihre Identität zu verschleiern. Bei Verstößen gegen das Verbot droht eine Geldbuße bis zu 10.000 Euro
Was ist zu tun?
Wer ruft an? Mit wem spreche ich? Für welches Unternehmen rufen Sie an? Was ist der Grund Ihres Anrufes? Weiterhin wird benötigt: Datum und Uhrzeit des Anrufes; ggf. die übermittelte Rufnummer; Habe mich im Vorfeld schriftlich einverstanden erklärt von dieser Firma angerufen zu werden? Bei Kontaktaufnahme mit der Verbraucherzentrale Einverständnis abgeben, dass die Verbraucherzentrale/die Wettbewerbszentrale die anrufende Firma in Bezug auf den geschilderten Anruf abmahnt; Name, Adresse und Telefonnummer der Verbraucherin/des Verbrauchers (für Kontaktaufnahme seitens der Verbraucherzentrale/der Wettbewerbszentrale). Es ist auf jeden Fall genau vorzugehen, damit der Erfolg im Jahre 2009 einstellt. Nicht aufgeben!


Geschrieben von augur am 17. Februar 2010 :: Rubrik: Allgemein
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“G7-Länder erlassen Haiti die Schulden”: Leider nur ein PR-Gag

Wie man angesichts einer humanitären Katastrophe kostenfrei an seinem guten Image basteln kann, haben am Wochenende die G7-Finanzminister demonstriert. Von deutschen und internationalen Medien gebührend wahrgenommen, haben sie erklärt, sie würden dem erdbebenzerstörten Haiti alle Schulden erlassen.
Klingt gut, aber leider hat Haiti bei keinem der G7-Staaten irgendwelche Schulden, seit das Land im Juni 2009 den “Completion Point” der HIPC-Schuldenerlassinitiative passiert hat. “Na, umso besser”, werden sich Schäuble & Co gedacht haben, “da kostet es uns nicht mal was.”
Diese Art von PR-mäßiger Mehrfachverwertung der eigenen guten Taten hat bei den mächtigsten Volkswirtschaften des Westens durchaus Tradition: Weil im HIPC-Prozess erst Weltbank und IWF einen Erlassbedarf ausrechnen, dieser dann zum Teil im Pariser Club beschlossen und das Pariser Abkommen wiederum in bilateralen Vereinbarungen zwischen dem Schuldner und jedem einzelnen Gläubiger rechtsgültig vereinbart werden muss, lässt sich jeder erlassene Euro der Öffentlichkeit gleich drei mal als gute Tat verkaufen.
Spannend wird es in den Beschlüssen des G7-Finanzministertreffens vom Wochenende erst bei dem, die nach der wohlfeilen Ankündigung eines G7-Schuldenerlasses kommt: “Die Schulden (Haitis) bei den multinationalen Institutionen sollten ebenfalls gestrichen werden, und wir werden mit diesen Institutionen und anderen Partnern darauf hinarbeiten, dass dies bald geschieht”, sagte der kanadische Finanzminister zum Abschluss des G7-Finanzministertreffens in Iqaluit.
Die übrigen bilateralen Gläubiger sind nicht das Problem: Venezuela hat einen vollständigen Erlass seiner Forderungen bereits angekündigt – übrigens ohne dafür sieben Jahre zu brauchen, wie die westlichen Gläubiger unter HIPC. Und auch Taiwan hat seine Bereitschaft zum Schuldenerlass erklärt. Mehr bilaterale Gläubiger gibt es nicht.
Wenn die G7 bis zur Fälligkeit der nächsten Zahlungen Haitis an die Weltbank und den IWF im Mai allerdings durchsetzen, dass alle Forderungen dieser beiden Institutionen sowie der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) tatsächlich nicht nur ausgesetzt, sondern vollständig gestrichen werden: Das wäre das tatsächlich eine Meldung wert!

www.erlassjahr.de/blog/2010/02/08/g7-laender-erlassen-haiti-die-schulden-leider-nur-ein-pr-gag/


Geschrieben von augur am 11. Februar 2010 :: Rubrik: Eine Welt
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