Warnhinweis auf Lebensmitteln
Ab dem 20. Juli 2010 müssen Lebensmittel, die mit bestimmten Azofarbstoffen oder Chinolingelb gefärbt sind, den Warnhinweis auf der Packung tragen “Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen”. Insbesondere die bei Kindern beliebten Süßigkeiten wie Fruchtgummis, Bonbons, Limonaden, Götterspeise, aber auch Backdekor werden mit den problematischen Stoffen gefärbt. “Ein Verbot der betroffenen Farbstoffe hätte einen besseren Schutz gerade auch für Kinder geboten”, moniert Waltraud Fesser, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.Betroffen von der Kennzeichnungspflicht sind die Azofarben Tatrazin (E 102), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Cochenillerot (E 124a) und Allurarot (E 129) sowie ein weiterer Farbstoff namens Chi-nolingelb (E 104). Schon lange stehen diese Farbstoffe in der Kritik, unter anderem wegen des Verdachts, pseudoallergische Reaktionen hervorrufen zu können. Zwar ist das Immunsystem hier nicht wie bei klassischen Allergien beteiligt, die auftretenden Symptome wie Nesselsucht, Asthma oder Hautödeme sind aber ebenso dramatisch. Eine Studie der Universität Southampton kam im Jahr 2007 zu dem Ergebnis, dass der Konsum von einem Gemisch der Azofarben bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefiziten führen kann. Dies war in der Europäischen Union der Anlass, das Gesetz zu ändern und die Hinweispflicht einzuführen.Die Lebensmittelindustrie schätzt diese Farbstoffe, da sie sich gut bewährt haben, licht- und säurebeständig und hitzestabil sind. Dass man peppig bunte Süßwaren auch anders herstellen kann, beweisen Bio-Produzenten wie auch andere Hersteller, die ihre Produkte mit natürlichen Pflanzen- und Fruchtextrakten färben. Dazu zählen Chlorophyll, Rote Bete, Spinatextrakt oder Holundersaft.
Kinder kaufen erfahrungsgemäß ihre geliebten Süßigkeiten, ohne erst das Kleingedruckte auf der Verpackung zu studieren. Daher wäre das Verbot der problematischen Farbstoffe, wie es die Verbraucherzentralen seit langem fordern, der bessere Weg gewesen, um gesundheitliche Beschwerden durch den Verzehr solcher Produkte auszuschließen. Bio-Lebensmittel dürfen nach den Bestimmungen der EU-Öko-Verordnung generell keine künstlichen Farbstoffe enthalten und sind eine sichere Alternative. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Zutatenliste zu studieren oder direkt auf Bio-Produkte zuzugreifen.
Weitere Informationen zu Farb- und Zusatzstoffen in Lebensmitteln bieten die Ernährungsberaterinnen der Verbraucherzentrale montags von 9 bis 13 Uhr und donnerstags von 13 bis 17 Uhr unter der Rufnummer 01805 / 60 75 60 30 (0,14 Euro pro Minute aus dem Netz der Deutschen Telekom; Mobilfunkpreis maximal 0,42 Euro pro Minute).
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Der Irrglaube der Demokratie an ewiges Wachstum
„Wir produzieren inzwischen nicht, um Nachfrage zu befriedigen, sondern wir erzeugen Nachfrage, damit wir produzieren können.“ Der Konsum werde zur Schlüsselfrage erklärt. Es gehe gar nicht mehr darum, ob die Leute das, was sie konsumieren, auch wirklich brauchen. „Ich habe nichts gegen Wachstum. Ich habe aber etwas gegen Wachstum, wenn es zu Lasten der Staatsfinanzen geht. Dann leihen wir uns das Wachstum von der kommenden Generation, um unsere gegenwärtigen Probleme zu erleichtern.”
Kurt Biedenkopf (CDU), 24. Januar 2010, 15:34 Uhr WELT-Online
Das wird dem Berti aber nicht gefallen…
Verbraucherzentrale: Weniger Fleisch essen
Gemüse statt Grillwurst: Die rheinland- pfälzische Verbraucherzentrale ruft dazu auf, häufiger zugunsten von pflanzlicher Kost auf Fleisch zu verzichten. Wer bei seiner Ernährung mehr auf Obst, Getreide und Gemüse setze, leiste eine Beitrag zum Klimaschutz und zur Bekämpfung des weltweiten Hungerproblems.
Das teilte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz zum Welternährungstag am 16. Oktober mit. In der Nutztierhaltung würden unter anderem Getreide, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte verfüttert. Nur ein geringer Teil der aufgenommenen Energie diene jedoch der Produktion von Fleisch, Milch oder Eiern während das meiste in den Stoffwechsel der Tiere fließe. 65 bis 90 Prozent der pflanzlichen Nahrungsenergie gehe als “Veredelungsverlust” verloren.
“Die gleiche Ackerfläche kann viel mehr Menschen ernähren, wenn die darauf angebaute Nahrung nicht den Umweg über die Tiere nimmt”, sagte Ernährungsberaterin Susanne Umbach laut Mitteilung. Mit dem Anbau von Getreide könne auf einem Hektar Land fünfmal mehr Eiweiß produziert werden als mit Viehzucht. Mit Hülsenfrüchten wäre die Eiweißmenge sogar zehnmal größer. Steige der Fleischverzehr weltweit weiterhin, würden auch mehr Futter und Ackerflächen benötigt.
Die Futtermittel stammten zudem meist aus Entwicklungsländern, wo bereits die Versorgung der Menschen mit Nahrung oft ein Problem ist. “Es muss nicht jeder Vegetarier werden”, sagte Umbach. “Aber der Anteil tierischer Produkte ist in entwickelten Ländern auch unter Gesundheitsaspekten zu hoch. Da ist weniger mehr.”
Weitere Informationen im Interne unter www.vz-rlp.de